Warum bin ich so fröhlich?

Gute Laune

Vor ein paar Tagen habe ich darüber geschrieben, dass ich mich mag. Dass wir alle tausend Gründe haben uns selber zu mögen, zu lieben. Daran glaube ich ganz ganz fest.

Ich möchte nie das Gefühl haben mich dafür zu entschuldigen. Mich dafür recht zu fertigen oder schlecht zu fühlen weil ich mich toll finde. Genauso verhält es sich mit meiner guten Laune, meiner positiven Lebenseinstellung, meinem unbändigen Optimismus. Nein – ich bin nicht naiv, nicht gutgläubig und nicht unbedarft. Ich akzeptiere es einfach nur nicht, immer das Schlechte zu sehen. Keine Damoklesschwerter, keine schlechten Prophezeiungen, keine unbegründeten Befürchtungen. Sonst wäre ich nicht so wie ich bin. Dann wäre ich nicht ich.

Gute Laune

Menschen sind unterschiedlich, durch ihre Erfahrungen, ihre Erziehung, ihre Sozialisierung, ihren Charakter. Das ist mir klar. Und sicher fällt es schwerer so fröhlich unterwegs zu sein, wenn man schon vieles durchmachen musste. Das verstehe ich. Nur ist es so, dass ich auch schon einige Täler durchschritten habe. Mit mir, meinem Leben, meiner Art gehadert habe.

Gute Laune

Phasen, in denen nicht alles so sonnig und hell war. Traurige, schwere, harte Zeiten. Und trotzdem gebe ich meine positive Energie niemals auf. Lasse mich nicht unterkriegen. Manchmal kostet mich das viel Energie. Diese Energie gebe ich mir in guten Zeiten aber doppelt und dreifach wieder und lege damit ein Depot an. Ein Depot für Zeiten, die nicht so rosig sind.

Gute Laune

Wie ich das mache? Ich habe über die Jahre ein paar Tricks entdeckt. Je nachdem ob ich gerade in einem Loch sitze oder nur in einer Pfütze wirken verschiedene „Maßnahmen“:

  • Sport. Laufen oder Schwimmen helfen immer. Mein Notfall-Medikament Nummer eins ist auf jeden Fall auspowern. Danach geht es mir besser, ich verarbeite, denke nach und spüre mich.
  • Stuttgart. Wenn es mir schlecht geht brauche ich eine Dosis Stuttgart. Diese Stadt gibt mir schon seit meiner Kindheit sehr viel Energie. Der Blick über die Stadt oder auf den Fernsehturm gibt mir ein seltsames Gefühl von Freiheit und Geborgenheit gleichzeitig. Gerne kombiniere ich das auch mit dem Laufen und suche mir eine Strecke bei der ich viel Stuttgart von oben bekomme.
  • Backen, Basteln, Handwerken. Etwas Neues erschaffen, einen leckeren Kuchen backen, eine hübsche Karte basteln oder mit Beton einen Kerzenständer gießen – einfach meinen Ideen freien Lauf lassen – das bringt mich wieder runter. Es zeigt mir, dass ich in der Lage bin wunderbare Dinge zu kreieren, an denen ich mich erfreuen kann.
  • Gedanken. Positive und negative. Zum einen überlege ich mir, was das Schlimmste ist was passieren kann. Welche Eventualitäten gibt es denn? Wie sieht meine Welt dann? Oft ist das schon eine kleine Erleichterung. Das Worst-Case-Szenario ist nur halb so beängstigend wie die Gedanken, die ich davor hatte. Zum anderen erinnere ich mich an all die Krisen die ich schon überstanden habe. Ich denke daran zurück, wie ich damals raus gekommen bin. Das Wissen darüber, dass bis jetzt immer –  i m m e r – alles gut gegangen ist erleichtert mich unheimlich. Mir wird meine Stärke, mein Mut, meine Energie wieder bewusst und ich kann zuversichtlich nach vorne schauen.
  • Musik. Und zwar nie ruhige, traurige, melancholische – nein immer glückliche, schnelle, positive Lieder. Lieder von Herzschmerz, Selbstzweifeln, Verlust helfen mir nicht weiter, wenn es mir auch so geht. Die Gefahr hier in Selbstmitleid zu schwelgen ist mir zu groß. Ich habe mir angewöhnt in besonders glücklichen Momenten immer die gleichen Lieder zu hören. Diese Konditionierung setzt sich in meinem Kopf fest. Wenn ich diese Melodien dann wieder höre, weiß mein Kopf direkt, dass er jetzt glücklich ist. Konditionierung ist was tolles und funktioniert so vielfältig.
  • Fasten. Wenn es mir so gar nicht gut geht ziehe ich mich komplett raus. Aus allem. Dann gehe ich fasten. Sechs Tage raus aus dem Alltag rein in die Natur. Beim Fasten und Wandern kann ich mich vollkommen auf mich konzentrieren. Dabei nehme ich Abstand von meinem Leben und betrachte es aus einer Art Vogelperspektive. Durch den Entzug von Nahrung und die Bewegung in der Natur wird ein Reinigungsprozess in Gang gesetzt, denn ich so bisher durch Nichts anderes hervorrufen konnte. Ein Prozess, der mich zu mir, meinen Stärken, meiner Energie und meinem Glück zurückführt.
  • Ich. Ruhe, Abstand, Zeit. Und zwar nur mit mir alleine. Manchmal brauche ich das sehr. Vielleicht stoße ich damit andere vor den Kopf, die mir helfen möchten, für mich da sein wollen. Das ist bestimmt nicht meine Absicht. Ich muss einfach nur für mich sein. In mich gehen und meine Mitte suchen. Das müssen keine tagelangen Auszeiten sein. Dazu muss ich auch nicht zwangsläufig mit einem räumlichen Wechsel verbunden sein. Es reichen schon ein paar Stunden alleine im Park oder beim Spazieren im Wald.

Gute Laune

Natürlich helfen auch andere Dinge. Zeit mit meinem Mann zu verbringen gibt mir jeden Tag aufs Neue unglaublich viel Kraft und Bestätigung. Auch ein schöner Abend mit guten Gesprächen, Freunden, Familie und vielleicht einem tollen, selbst gekochten Essen gleichen vieles wieder aus. Allerdings ist es mir immer wichtig die Quelle für meine Energie in mir selber zu finden und nicht durch andere Menschen. Ich persönlich glaube, dass ich nur so gestärkt und mit mir im Reinen herauskommen kann. Nur so bleibt mein Glas immer halb voll und wird nie halb leer sein. So bleibe ich wie ich bin und wie ich mich mag.

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1 Kommentar

  1. Hallo Anne! Du hast bei mir auf Insta ein Foto geliked (schreibt man das so?!)- Danke dafür. Dadurch bin ich hier auf deinem Blog gelandet. Du hast so einen positiven Schreibstil und ich denke bei einigen Sachen sehr wie du. Allerdings bin ich ganz gaga bei „was-wäre-wenn“ Szenarien und dann hätte ich gerne deine super positive Einstellung. Schreib weiter so und deine Fotos sind super! Irgendwie machen sie so einen selbst zufriedenen und gechillten Eindruck.

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