Mein Gefühl des Monats – Gelassenheit

Gelassenheit

Es ist mal wieder Ende eines Monats und damit Zeit für mein Gefühl des Monats. Zugegeben, dieses Mal habe ich mir besonders viel Zeit gelassen. Mich haben seit Beginn des Monats mehrere Gefühle beschäftigt und eigentlich hatte ich schon einen Post über meine Ungeduld verfasst. Aber der muss noch ein bisschen warten, denn ungeduldig bin ich eigentlich immer, nicht nur diesen Monat. Gerade fühle ich mich nämlich ganz besonders gelassen.

Okay, das liegt wahrscheinlich daran, dass ich bei wunderschönen, sommerlichen dreißig Grad in einem Liegestuhl im Garten eines umgebauten Klosters im Umbrien liege. Es ist so unglaublich friedlich hier, ruhig und ich fühle mich sehr ehrfürchtig vor dieser Kulisse. Über den perfekt geschnittenen Rasen in sattem grün weht ein leichter, lauer Wind, es fliegt der süße Duft von Jasmin-Sträuchern durch die Luft und irgendwo hinter mir im Schatten liegt der Klosterhund Peppo und hechelt leise vor sich hin.

Gelassenheit

In dem alten Gemäuer selber ist es ganz kühl, es riecht kaum merkbar nach feuchtem Sandstein und ein Hauch von Räucherstäbchen mischt sich darunter. Allein das entschleunigt mich schon so unfassbar – dazu bräuchte es noch nicht einmal die permanenten Mönchsgesänge die durch die Gänge hallen. Mit dem Ausblick auf die Laubwälder, die wunderschönen gelben Ginster-Büsche und die Olivenbäume sitze ich nun also hier und bin so unglaublich gelassen.

Gelassenheit

Natürlich fühlt sich vieles im Urlaub entspannter, ruhiger leichter an, aber das ist bei mir nicht selbstverständlich und nicht immer so. Letztes Jahr im Frühjahr zum Beispiel wollten sich diese Gefühle auch nach neun Tagen vermeintlicher Erholung nicht einstellen. Ich konnte einfach nicht abschalten. War unzufrieden, unsicher, schlicht und einfach unentspannt. Warum kann ich gar nicht so genau sagen. Ich war wohl nicht bereit dafür, glaube ich rückblickend. Umso glücklicher bin ich, dass ich jetzt so gelassen hier liege und jede Minute dieser wunderschönen Auszeit genießen kann.

Gelassenheit

Und das Hotel Eremito ist wirklich DER Ort für Gelassenheit. Er kommt so unaufgeregt und gleichzeitig so spannend daher. Dieser Mix aus unspektakulärem Luxus und perfekter Einfachheit ist großartig. Die Zimmer heißen Zellen, weil sie eben umgebauter Mönchs-Unterkünfte sind, es gibt kein WLAN, weil „Digital Detox“ groß geschrieben wird und das Abendessen wir als „Silent Dinner“ von Mönchsgesängen begleitet in absoluter Stille genossen. Hier nicht gelassen zu sein ist schier unmöglich.

Gelassenheit

Im ersten Moment klang es für mich zwar ehrlich gesagt nach ein bisschen zu viel Esoterik, aber das ist es bei weitem nicht. Beziehungsweise lässt es sich nach Belieben dosieren. Die morgendliche Meditation in der alten Kapelle habe ich zum Beispiel weggelassen, das ist nicht so mein Ding. Das darauf folgende „Light Yoga“ habe ich aber gerne mitgenommen, genauso wie die Wanderung zu einem kleinen verlassenen Dorf ganz in der Nähe. Besonderes Highlight für mich war anschließend ein sehr leckeres Mittagessen unter einer mit Wein bewucherten Pergola. Den Blick über das Umland schweifend, mit einem Vino in der Hand und der Sonne, die zwischen den Weinblättern durch blinzelte, haben mich sehr seelig gemacht.

Dieses Gefühl ist prägend für diesen Urlaub – er fühlt sich wie eine tagelange warme Brise an, die mir um die Nase weht und mich Tag für Tag, Stunde für Stunde ein wenig gelassener macht. Ab dem Moment, indem ich mit meiner Lieblings-„Wir fahren in den Urlaub“-Musik das Navi mit Ziel Italien eingestellt habe war sie da, diese leichte Stimmung. Wie nach einem, von der Sonne aufgeheizten Tag, so voller Leichtigkeit und überschwänglicher Freude. Wenn ich so darüber nachdenke, warum es mir dieses Mal besonders gut gelingt mich dem Urlaub hinzugeben, dann habe ich eine ganz klare Vermutung: Ich war zwar die letzten Tage und Wochen vor den freien Tagen sehr gestresst, angespannt, viel unterwegs und bin kaum zur Ruhe gekommen – mit dem Unterschied jedoch, dass es alles im Positiven passiert ist. Momentan bin ich wahnsinnig im Reinen mit mir. Ich verbinde überwiegend gute Gedanken, schöne Emotionen und eine tolle Energie mit meinem Alltag, meinem Leben.

Gelassenheit

So wie ich mein Leben gerade gestalte habe ich das schöne, erfüllende Gefühl einen sehr großen Teil selbst bestimmen zu können. Wie ich meine Freizeit gestalte aber auch meinen Arbeitsalltag. Diese Selbstbestimmtheit ist für mich ein wesentlicher Schlüssel um zufrieden zu sein. Genau diese Zufriedenheit führt dann im Weiteren dazu, dass ich die Dinge mit Zuversicht angehen kann, was mich wiederum sehr gelassen macht. Puh, was für eine Kausalitätskette – für mich stellt es sich gerade jedoch genau so dar.

Gelassenheit

Und auch in einer Woche, wenn meine wunderschönen Tage hier in Italien vorbei sind und ich mich wieder in meinen Alltag stürze, weiß ich, dass er zwar anstrengend sein wird, aber eben auf eine gute, erfüllende, selbstbestimmte und glückliche Weise. Das ist vermutlich die Basis, der Kern meiner aktuellen Gelassenheit. Die auch wenn ich manchmal sehr ungeduldig, ein bisschen nörglig oder impulsiv bin tief in mir drinsteckt. Denn einer meiner häufig genutzten Sätze ist tatsächlich „Wer weiß wofür das alles gut ist.“ und ich finde das hört sich unglaublich gelassen an.

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