Gefühl des Monats – Dankbarkeit.

Dankbarkeit

Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit komme ich oft ein bisschen ins Nachdenken. Alles wird ein bisschen emotionaler und ich finde jetzt ist der richtige Zeitpunkt um ein bisschen mehr über Gefühle zu reden oder eben zu schreiben.

Wir sind alle voll davon. Ich ganz besonders. Bis oben hin. Ich bin ein wahnsinnig emotionaler Mensch. Ganz oft im Positiven, selten im Negativen und manchmal auch im Melancholischen. Die positiven Gefühle zeige ich ganz intensiv. Immer. Weil sie die Gefühle sind, die mich am meisten bestimmen und ehrlich gesagt auch die die ich am meisten an mir mag. Aber die anderen gehören eben genau so dazu, nur bekommt die nicht jeder zu sehen.

Momentan kommt in mir immer wieder sehr stark das Gefühl der Dankbarkeit hoch. Es passieren so viele schlimme Dinge in der ganzen Welt, hier in Europa, in Deutschland – überall. So viele Menschen müssen unter Bedingungen leben, die nicht annähernd lebenswert sind, haben unglaublich wenig, haben gar nichts. Andere haben zwar das nötigste, können aber dennoch nicht nach ihren Vorstellungen leben, können nicht ausleben was sie glücklich machen würde.

Wenn ich über all die Schicksale lese, mir vorstelle wie es Menschen in Kriegsgebieten, in politisch schwierigen Regionen, in Gegenden mit Naturkatastrophen geht empfinde ich zunächst unendliches Mitleid, Traurigkeit, Hilflosigkeit aber eben auch eine tiefe Dankbarkeit.

Dankbar

Ich bin wahnsinnig dankbar für das Leben das ich leben darf. Ohne Einschränkungen. Ohne Angst. Ohne Hunger. Ohne Leid. Ich bin so dankbar, dass ich hier und vor allem auf diese Art und Weise lebe. Kein Krieg, kein Hunger, keine Diskriminierung, keine Verfolgung. Es macht mich glücklich, dass ich jeden Morgen aufstehen kann und ohne Angst meine Runde laufen gehen kann. Es ist toll ins Büro zu fahren und einen Job auszuüben, den ich mir ausgesucht habe, der mich erfüllt, der mir richtig Spaß macht, für den ich studieren konnte und der es mir ermöglicht mein Leben nach meinen Vorstellungen zu führen.

Dabei darf ich tragen was mir gefällt, egal ob Kleidchen oder Jeans und bin gleichberechtigt. Ich äußere meine Meinung frei – ohne Angst vor Konsequenzen, wenn jemand einer anderen Meinung ist. Ich kann Karriere machen, muss es aber nicht, weil es in meiner Hand liegt und ich entscheiden kann was der richtige Weg ist. Nach der Arbeit kann ich mit meinem Mann händchenhaltend durch die Stadt laufen und ihm verliebt einen Kuss geben oder mit meinen Freundinnen auf ein Gläschen Wein in eine Bar gehen – ohne dass ich schief angeschaut werde, ohne Maßregelung, ohne Verbote.

Ich kann einkaufen gehen und bekomme alle Lebensmittel, die ich möchte, alle nötigen Dinge des Alltages und noch vieles mehr. Wenn ich keine Lust oder Zeit zum Einkaufen habe kommen die Dinge sogar direkt zu mir nach Hause. Und dort kann ich dann essen kochen und den Haushalt schmeißen – weil ich es will, nicht weil es die Gesellschaft für mich vorgesehen hat. Als emanzipierte Frau kann ich sogar Hausfrau sein und die Kinder, die es noch nicht gibt, als Fulltime-Mama großziehen oder der Mann bleibt zuhause – auch das geht. Vielleicht geht das Kleine auch schon ganz früh in die Kita, ganz ohne Beschimpfungen als Rabenmutter.

 

DankbarDazu kommt noch, dass ich gesund bin und wenn das mal nicht so sein sollte, dann gibt es Experten, die sich darum kümmern und ihr bestes tun. Die Krankenversorgung ist super und ich brauche mich nicht darum zu sorgen ob mir jemand hilft. Außerdem habe ich eine wunderbare Familie, tolle Freunde, super Kollegen, einfach ein unglaublich harmonisches Umfeld, in dem jeder so sein darf wie er ist. Einfach so – ohne Vorurteile, ohne überzogene Erwartungen und ohne Ressentiments.

So sieht mein Leben aus und das macht mich verdammt dankbar. Ich weiß, dass ich für die meisten Dinge nichts kann, dass andere vor mir dafür gekämpft haben. Ich weiß auch, dass ich Glück hatte in eine solche Gesellschaft, eine solche Familie, ein solches Umfeld geboren zu werden. Und mir ist klar, dass all das leider nicht selbstverständlich ist. Dass es fortwährend Kraft, Mut und guten Willen braucht das aufrecht zu halten.

Gerade deshalb finde ich es wichtig sich bewusst zu machen, was wir für ein tolles Leben haben. Sicher ist auch hier nicht alles perfekt, es gibt Unterschiede, es gibt Missstände, es gibt Armut, es gibt Konflikte. Aber es geht uns gut. Wenn wir vergleichen tendieren wir dazu das mit denjenigen wenigen zu tun, die mehr haben, denen es besser geht, die hübscher oder glücklicher sind. Vergleichen wir uns aber mit den unendlich vielen Menschen, denen es schlechter geht, die viel weniger haben, die Hunger und Angst leiden – was für ein wahnsinnig tolles Leben haben wir dann?

Und deshalb bin ich dankbar. Für alles. Immer.Merken

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