Skepsis – mein Gefühl des Monats

Gefühl des Monats Skepsis

Diesen Monat ist mir die Skepsis an der ein oder anderen Stelle über den Weg gelaufen. Komisch – normalerweise würde ich mich nicht als besonders skeptisch bezeichnen – im Gegenteil. Aber manchmal ist dann halt nicht alles unbeschwert und rosarot – muss man ja auch mal zulassen können. Und drüber sprechen.

Wie ensteht dieses Gefühl denn eigentlich und wie fühlt es sich ganz konkret an? Bei mir ensteht es glaube ich zu einem großen Teil durch Unwissenheit, dadurch, dass etwas neu und unbekannt ist. Dazu kommt noch eine kleine Portion Angst, Zweifel und Unbehagen. Also irgendwie schwer in Worte zu fassen. Ich habe sie deshalb mal gegoogelt, die Skepsis. Macht man ja so, wenn man was nicht so genau weiß… Eine allgemeine Definition von Skepsis ist demnach „der Glaube, dass etwas nicht richtig sein oder nicht funktionieren könnte“ – das sagt das Internet dazu, das muss es ja wissen.

Das geht schon in meine Richtung. Ich bin mir dann auch nicht sicher ob das was werden kann und dann werde ich nervös. Es fühlt sich nicht gut an – unsicher, ratlos, ein wenig verloren. Ein bisschen als ob ich wieder ein kleines Mädchen wäre, dass keine Ahnung von nichts hat. Aber woher das kommt? Oft von Unwissenheit, von Vorurteilen, vom Hörensagen oder doch davon, dass die Menschen oder die Situationen die mich skeptisch machen total unbekannt sind. Lustigerweise mischt sich in dieses unangenehme Gefühl immer wieder auch eine jede Menge Zuversicht, Hoffnung, vielleicht sogar Vorfreude. Denn was ist, wenn alles gut geht, wenn alles super läuft, sich kein Vorurteil bestätigt und die Befürchtungen nicht eintreten. Dann könnte es tatsächlich großartig werden. Diese positive Option schwingt immer ein bisschen mit.

Gefühl des Monats Skepsis

Ihr kennt das bestimmt auch. Man lernt jemanden kennen, egal ob im privaten oder beruflichen Kontext. Grundsätzlich findet man das Gegenüber total sympatisch, nett, man mag sich. Und dann kommt die Skepsis dazu. Andere Menschen kennen Geschichte, die die neue Bekanntschaft nicht im besten Licht da stehen lassen, raten vom Kontakt ab oder mahnen zur Vorsicht. Oder der eigene Bauch meldet sich zu Wort und hat ein komisches Gefühl, das mich misstrauisch macht. Aus einer ursprünglich ganz harmlosen Situation wächst nun also diese unschöne Gefühl. Die Angst sich mit jemanden anzufreunden der vielleicht nicht so ist wie man sich das vorgestellt hat, der vielleicht nicht nur gute Absichten hat. Jemand, der nicht ehrlich ist oder mich nur ausnutzen möchte. In Sachen aufkommender Liebe kommt es dann meistens noch schlimmer, plötzlich schwindet das gerade erst wachsende Vertrauen und die Skepsis wächst anstelle dessen.

Skepsis

Und diese Gefühl kommt in so vielen Bereichen vor. Ich bin gerade tatsächlich ein bisschen skeptisch was unseren nächsten Urlaub angeht – weil er eben so anders ist, als alles was wir bisher gemacht haben. Auf der einen Seite freue ich mich sehr auf ein paar (sieben um genau zu sein) schöne, erholsame und spannende Tage mit der Family, aber ich bin mir nicht so sicher was mich da erwartet. Ich werde das erste Mal in meinem Leben eine Kreuzfahrt machen – mit der AIDA – von den Kanaren nach Madeira und wieder zurück. Ich bin so gespannt aber eben auch skeptisch.

Normalerweise versuchen mein Mann und ich im Urlaub immer so weit wie möglich von anderen Touristen weg zu kommen, meiden große Hotels und überfüllte Touri-Spots. Nun werden wir uns eine Woche mit ganz vielen anderen Urlaubern auf einem Schiff befinden – in Buffet-Restaurants essen und einem relativ strukturiertem Ablauf folgen – so jedenfalls meine Vorstellung davon. Ich habe das Vorurteil, dass die Menschen dort (alle mit mir befreundeten und verwandten Menschen natürlich ausgenommen ;)) sehr bequem sind, weil sie sich nicht die Mühe machen sich ihre Reiseroute selber zusammenzustellen, dass sie nicht wirklich Interesse an Land & Leute haben, sonst würde ein Tagestrip an Land ja nicht reichen und dass sie eher so dem Klischee eines All-Inclusiv-Socken-in-Sandalen-Urlaubers entsprechen. Wahrscheinlich alles Quatsch, ich weiß. Aber ich bleibe skeptisch (auch wenn ich schon viele andere Menschen kenne die dieses Schiffs-Ding lieben und die nicht so sind wie ich mir den AIDA-Urlauber im Allgemeine vorstelle). Naja, auf jeden Fall habe ich so einen All-Inklusiv-Pauschalurlaub schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gemacht und damit ist das Ganze total ungewohnt und neu für mich.

Gefühl des Monats Skepsis

Aber was mache ich denn jetzt mit dieser Skepsis? Ich möchte ja überhaupt keine Vorurteile haben, will mich gerne auf das neue, ungewohnte einlassen und dieses ungute Gefühl gar nicht erst aufkommen lassen. Ganz weg bekomme ich das wahrscheinlich nicht, aber ich versuche es mal mit dieser Strategie:

  1. Informieren: Fakten sammeln. Über den Menschen, der mich skeptisch werden lässt, über die Situation die mir Unbehagen bereitet, über die Dinge von denen ich noch nichts weiß.
  2. Ehrlichkeit: Offen mit den Gefühl umgehen, mit anderen darüber sprechen was es auslöst, was zweifeln lässt, was die Befürchtungen sind. Ehrlichkeit kann wirklich entwaffnend sein. Wenn das Gegenüber nicht total abgebrüht und tatsächlich wahnsinnig falsch ist, kommt man damit gut weiter. Und ich denke tatsächlich, dass ehrlich am längsten währt. Auch wenn ich mich dadurch manchmal verletzlich mache, wenn es manchmal der kompliziertere Weg ist – so glaube ich, dass es der richtige ist.
  3. Mut: Für mich ist es wichtig Neues auszuprobieren, Unbekanntes zu erschließen. Egal ob es um Menschen geht, mit denen ich noch nicht viel zu tun hatte, die ich nicht einschätzen kann, oder Dinge, Orte und Situationen die mir noch total fremd sind.
  4. Worst Case-Betrachtung: Also was könnte im schlimmsten Fall passieren? Mir das vor Augen zu führen hilft mir sehr sehr oft. Wenn ich mich einem Menschen öffne, der es nicht verdient hat – mich ausnutzt – ja, dann fühle ich mich schrecklich, aber ich kann immer noch Abstand nehmen, die Freundschaft beenden – mich lösen. Und wenn alle meine Kreuzfahrt-Klischees eintreten sollten, dann hatte ich immer noch eine tolle Woche mit der Family – egal wo und wie.

Gefühl des Monats Skepsis

Wie so oft ist eine Abwägungssache – ich vertraue in erster Line mir selbst, meinem Bauch und meinen Gefühlen. Ich versuche Vorurteile auszublenden und mir selber ein Bild zu machen bevor ich das von anderen übernehme. Letztlich ist es ganz wichtig immer wieder Neues zuzulassen – sonst nimmt diese Skepsis irgendwann doch mal überhand. Ich befürchte, dann wird es schwer sich davon zu lösen und unbefangen zu sein.

Ich werde auf jeden Fall berichten wie sich mein erster Urlaub auf dem Schiff so entwickelt hat. Ich gehe mal sehr stark davon aus, dass meine Skepsis total unbegründet war und ich eine unglaublich tolle Zeit haben werde. Ihr werdet es bald in einem Blogpost lesen können. Ich freue mich.Merken

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